16.03.2010

Neue Konsumtengruppe – Die LOHAS

LOHAS ist die Abkürzung für “Lifestyle of Health and Sustainability” und steht für einen Lebensstil oder Konsumententyp, der durch sein Konsumverhalten und gezielte Produktauswahl Gesundheit und Nachhaltigkeit fördern will.

Dieser Lebensstil hat jedoch nichts mit den früheren “Ökos” gemeinsam. Sie haben eine Affinität zu moderner Technik, sind investitions- und innovationsfreudig und sind interessiert an neuen Entwicklungen.

Häufig handelt es sich um Personen mit überdurchschnittlichem Einkommen. In den Vereinigten Staaten sollen ungefähr 30 Prozent der Verbraucher diesem Typ entsprechen, in Deutschland etwa 15 Prozent. LOHAS-Konsumenten sind beispielsweise Natur- und Outdoor-Urlauber, Kunden von Bioläden oder Biosupermärkten. Ihre Motive ähneln denen der Slow-Food-Bewegung, sie lehnen die „Geiz ist geil“-Mentalität strikt ab.

Die Konsumentengruppe der LOHAS wird immer relevanter für Standortentscheidungen. Aus diesem Grund ist es umso besser, dass diese Gruppe nun als Daten zur Verfügung steht.

Die Zielgruppe besteht aus einer Vielzahl von Variablen wie Einkommen, Alterstruktur und Konsumaffinitäten.


16.03.2010

Standortanalyse-Deutschland im Wandel

Deutschland ist stetig im Wandel.  Circa 10% der deutschen Bevölkerung ziehen 1 x im Jahr um. Für Firmen ist dies negativ und postiv zugleich. Einerseits verändern sich daduch die Datenbanken der Firmen, andererseits ist es aber sehr interessant, zu beobachten, von wo nach wo sich die Deutschen bewegen.

Die Daten aus dem Datenpaket “Move” stammen von Personen, die dazu bereit sind, Veränderungen Ihres Wohnsitzes mitzuteilen und dies über:

  • Nachsendeaufträge mit Adressäünderung, die der Umziehende selbst mitteilt,
  • öffentliche, frei zugängliche Verzeichnisse,
  • Einwohnermeldeanfragen.

Diese Daten werden dann für die Nutzung bei Standortanalysen in Aggregate von mindestens 20 Haushalten anonymisiert.  So kann man bundesweit das Mobilitätsverhalten der Standorte analysieren.

Folgende Auswertungen sind dann einzeln oder verknüpft mit Parametern wie Haustyp, Alter, Familie oder auch Konsumverhalten möglich:

  • Umzugsvolumen,
  • Umzugssaldo,
  • Fluktuation,
  • Nah- und Fernumzugsquote,
  • Nah- und Fernumzugsvolumen.

Quelle: http://www.infas-geodaten.de/fileadmin/media/pdf/journal/GM-Journal-2009-03.pdf


16.03.2010

Die Merkels von nebenan

*von Max Rauner. Quelle: ZEIT Wissen 04/2006

Dieser Artikel ist zwar schon etwas älter, zeigt aber sehr gut, was “Geomarketing” bedeutet.

Noch nie wussten Werbestrategen so viel über uns wie heute. Von jedem Haushalt kennen sie Bierkonsum, Arthroserisiko und Zahlungsmoral. »Geomarketing« verknüpft diese Daten nun mit digitalen Landkarten. Auf einen Blick ist zu sehen, wer wo was kauft. Was wissen die Datensammler über die Kanzlerin und ihre Nachbarn?

Es ist kein Geheimnis: Angela Merkel wohnt mit ihrem Mann Joachim Sauer gegenüber dem Pergamon-Museum, im vierten Stock eines gelb gestrichenen Mietshauses, Am Kupfergraben 6, 10117 Berlin. Steht alles online, mit einem Foto von der Haustür, einfach »Kupfergraben« und »Merkel« googeln. Seit Google Earth das Herumfliegen in Satellitenfotos erlaubt, kann man der Bundeskanzlerin auch aufs Dach schauen. Eine Überwachungskamera des Pergamon-Museums spähte unlängst versehentlich durch die Fenster der Merkel-Sauer-Wohnung. Wer wirklich hinter die Fassade des Kanzlerin-Hauses blicken möchte, der begibt sich am besten in den Westen Deutschlands, nach Bonn-Bad Godesberg. Hier hat die Firma infas Geodaten in der ehemaligen Residenz des indischen Botschafters Quartier bezogen. Geschäftsführer Michael Herter, ein rheinländischer Jungunternehmer mit New-Economy-Erfahrung und amerikanischem Optimismus, hat im Konferenzsaal seinen Laptop samt Beamer aufgebaut. Auf Wunsch tippt er die Adresse von Frau Merkel ein. An der Wand erscheint ein Stadtplanausschnitt von Berlin-Mitte mit der Straße der Bundeskanzlerin. Über dieses Haus weiß Herters Computer eine Menge: vor 1900 gebaut, sechs Haushalte, Bauweise befriedigend, kein Garten vorhanden, keine Ausländer, Affinität für Kundenkarten: mittel, Affinität für private Krankenversicherung: mittel, Bewohner: desinteressierter Finanztyp, klassische Festnetznutzer, kaum Internet-Poweruser, dominierendes Alter: 51 bis 60 Jahre, Diabetes und Arthrose überdurchschnittlich, Fitness unterdurchschnittlich, viel Audi, Mercedes und BMW, wenig Volkswagen. Deutschland intim im Jahr 2006. Es geht nicht um die Bundeskanzlerin, es geht um uns alle. Für 19 Millionen Gebäude in Deutschland – das sind fast alle Wohnhäuser – kann Michael Herter Dutzende von Daten abrufen, vom Nettoeinkommen der Bewohner über häufige Volkskrankheiten bis zur Kaufkraft. Wer will das wissen? Zum Beispiel E-Plus, die Postbank, AOL, T-Mobile, Rossmann, Vorwerk, Arcor, der ADAC, Novartis, E.on. Ihnen verkauft infas Geodaten Landkarten, auf denen die anonymisierten Konsum- und Milieudaten der Deutschen detailgenau eingezeichnet sind. Eine Topografie des Konsums. Es ist der Albtraum der Datenschützer und der Traum von Marketing- und Werbestrategen. Umfangreiche Datenbanken mit Kundeninformationen gibt es zwar schon länger, sie füllen die Festplatten von Adresshändlern, Behörden, Banken und Versicherungen. Nun jedoch kommt eine neue Dimension ins Spiel: die Verknüpfung der Daten mit digitalen Stadtplänen und Landkarten, in die man hineinzoomen kann wie der Spanner mit dem Fernglas in einen FKK-Strand. »Geomarketing« nennt sich das, wenn abstrakte Zahlenkolonnen zu begehbaren Kundenlandschaften werden.

weiterlesen hier: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2006/06/Geomarketing.xml